Die von der Wissener eigenART konzipierte Fotoausstellung im Kulturwerk Wissen umfasst rund 60 Exponate und präsentiert im Kern vor allem Fotografien aus dem Kreisarchiv Altenkirchen und dem Ullstein Bildarchiv Berlin, vergleicht dabei in abwägender Form die konservativ-bodenständig geprägte Region des Westerwaldes mit dem bis zur Rauschhaftigkeit beschleunigten Großstadtleben. Die Exposition versucht im Spannungsfeld zwischen hedonistischem Luxus und drückender Armut in der kurzen hellen Zeitspanne zwischen erstem Weltkrieg und der Nazi-Diktatur ein facettenreiches Bild der „Neuen Frau“ der Zwanziger Jahre zu zeichnen, ein spannungsreicher fotographischer Spagat zwischen feministischer Selbstbestimmung und traditionellen Rollenverständnis. Eine glückliche Hand bewiesen die Initiatoren bei der Auswahl der präsentierten Aufnahmen; können die Besucher doch eine Reihe beeindruckender Aufnahmen legendärer Fotografen dieser Zeit wie Andre Kertesz, Martin Munkacsi, August Sander, Robert Sennecke und Yva (Else Ernestine Neuländer-Simon), die 1942 im Vernichtungslager Majdanek umgebracht wurde, bewundern.
Einen Zugewinn erhalten die Besucher über informative Texttafeln, einer fortlaufenden Präsentation historisch bedeutender Frauen der Zwanziger Jahre in Politik, Kunst und Wissenschaft sowie der Möglichkeit, korrespondierend zu ausgewählten Fotos, über Audiodateien tiefer in die Welt der „Goldenen Zwanziger Jahre“ einzutauchen.
Die Ausstellung wird im Rahmen der Veranstaltung „Das ist keine Dreigroschenoper“ am 3. Juli ab 19 Uhr eröffnet.
Bei freiem Eintritt (Spenden willkommen) ist die Ausstellung in der Zeit vom 4. bis 26. Juli 2026 samstags von 14 Uhr bis 18 Uhr und sonntags von 11 Uhr bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung. Es wird um Anmeldung per E-Mail unter ausstellung@kulturwerk-wissen.de